Festschmierstoffe sind Werkstoffe, die zwischen zwei Oberflächen eine trennende Schutzschicht bilden und dadurch direkten Kontakt verhindern. Ihre grundlegende Funktion besteht in der Verringerung des Reibungskoeffizienten und des Verschleißes, wodurch auch bei hohen Belastungen oder ungünstigen Umgebungsbedingungen ein sicherer Betrieb möglich bleibt. Zu den am häufigsten verwendeten Materialien gehören:
Je nach Wirkungsprinzip/Wirkungsweise werden Festschmierstoffe in drei Hauptgruppen unterteilt.

Graphit (Quelle: Addinol.de)
Verschiedene Festschmierstoffe wirken auf Basis unterschiedlicher physikalischer und chemischer Prinzipien. Das ist entscheidend für die richtige Auswahl entsprechend der Anwendung.
Strukturell wirksame Festschmierstoffe basieren auf einer lamellaren Kristallstruktur, bei der die Atome in Schichten angeordnet sind. Diese Schichten können hohe Belastungen senkrecht zur Kraftrichtung aufnehmen, während sie in tangentialer Richtung leichtes Gleiten zulassen. Daher weisen Materialien wie Graphit und MoS₂ auch bei hohen Drücken eine äußerst geringe Reibung auf.
Reaktive Festschmierstoffe wirken, indem sie chemisch mit der Werkstoffoberfläche reagieren und eine Schutzschicht bilden. Diese Schicht verringert den Verschleiß und schützt zugleich vor Korrosion. Solche Schmierstoffe sind besonders wirksam in Umgebungen, in denen mechanische und chemische Beanspruchung zusammen auftreten; dies wird als Tribokorrosion bezeichnet.
Physikalisch wirksame Festschmierstoffe umfassen duktile Materialien mit niedrigem Reibungskoeffizienten, wie Kupfer, Aluminium, Nickel und PTFE. Ihre Wirkung beruht auf mechanischer Anpassungsfähigkeit und der Fähigkeit, Reibung ohne chemische Reaktion zu verringern.
Der Einsatz von Festschmierstoffen ist besonders wichtig unter Bedingungen, bei denen Grenz- oder Mischreibung auftritt, also wenn der Schmierfilm nicht vollständig aufgebaut ist. Solche Bedingungen entstehen bei hohen Belastungen und niedrigen Bewegungsgeschwindigkeiten, aber auch bei extremen Temperaturen, bei denen flüssige Schmierstoffe ihre Eigenschaften verlieren.
Im hydrodynamischen Schmierzustand ist der Einsatz von Festschmierstoffen in der Regel nicht sinnvoll, da der Schmierfilm dadurch beeinträchtigt werden kann.
Festschmierstoffe in Schmierfetten
In Schmierfetten werden sie als Zusatz eingesetzt; dabei überschreitet ihr Anteil in der Regel 10 % nicht. Solche Fette eignen sich für den allgemeinen industriellen Einsatz, wenn zusätzlicher Verschleißschutz erforderlich ist.
Festschmierstoffe in Pasten
Pasten enthalten einen deutlich höheren Anteil an Festschmierstoffen, in der Regel mehr als 40 %, was den Einsatz unter extremen Bedingungen erlaubt. Ihr Vorteil liegt in der Beständigkeit gegen sehr hohe Temperaturen, auch über 1000 °C, sowie in der wirksamen Vermeidung von Festfressen und Verschweißen von Materialien.
Festschmierstoffe in gebundenen Beschichtungen
Sprühbeschichtungen ermöglichen das Aufbringen einer dünnen Schmierstoffschicht, bei der nach dem Verdampfen des Lösungsmittels ein trockener Schmierfilm zurückbleibt. Diese Art der Schmierung eignet sich für Anwendungen, bei denen eine saubere und präzise Lösung ohne den Einsatz von Flüssigkeiten erforderlich ist.

Darstellung der Reibung zwischen zwei Oberflächen (Quelle: Addinol.de)
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Hochtemperatur-Montagepaste auf Basis halbsynthetischer Öle mit Lithiumverdicker und Metallpartikeln. Sie schützt Gewinde-, Verbindungs- und Gleitkontakte vor Festfressen, Verschleiß und Korrosion und erleichtert eine spätere Demontage.
Eigenschaften und Anwendungen
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Mehrzweck-Lithiumfett auf Mineralölbasis mit MoS₂ und Graphit. Es wird an Schmierstellen mit Mischreibung, erhöhten Belastungen und langsamer Bewegung eingesetzt, wenn ein zusätzlicher Schutz der Metalloberflächen erforderlich ist.
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Schmierfett auf Basis eines Lithiumkomplex-Verdickers und eines viskosen Grundöls. EP-Additive sowie MoS₂ und Graphit stärken den Schmierfilm bei langsam drehenden Großlagern, höheren Belastungen und anspruchsvollen Einsatzbedingungen.
Eigenschaften und Anwendungen
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Haftfähiges Schmierfett auf Mineralölbasis mit Aluminiumkomplex-Verdicker. Es enthält Graphit für zusätzlichen Schutz bei belasteten Zahnrad- und Gleitkontakten und verbleibt auch bei Vibrationen und erhöhten Temperaturen auf der Oberfläche.
Eigenschaften und Anwendungen
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